Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

Intro zu unserer Verbeugung vor Klaus Abbelen

Ich kenne Klaus Abbelen persönlich natürlich nicht. Ich „kenne“ und verfolge ihn und Frikadelli Racing natürlich seit vielen Jahren. Aber er ist für uns Ringknipser schon seit vielen Jahren eine Zentralfigur. Ach komm, Kultfigur kann man sagen! Eine verbeugung und Hommage für sein letztes Rennen an der Nürburgring-Nordschleife ist mehr als angebracht udn verdient!

Und was haben wir mitgefiebert und dem Team und Klaus Abbelen den Sieg beim Nürburgring 24h-Rennen 2023 gewünscht und gegönnt. Was war das ein emotionales Fest als die „Bella“ über die Ziellinie fuhr! Für das Team und für:

Sabine Schmitz

Und natürlich darf in so einem Artikel und bei diesem Thema der Name Sabine Schmitz nicht fehlen. Ich habe sie bewusst nie live am Ring erlebt. Aber man kann getrost sagen, dass sie eine echte Nürburgring-Legende war und ist, und in den ganzen Videos oder Fernseh-Auftritten, die man über die Jahre gesehen hat, kann und muss man zusammenfassen: was eine coole tolle Person. Und in meinen Augen hat sie den Frauen im Rennsport mehr Dienste erwiesen, als es je eine andere Frau aus Vergangenheit und Gegenwart es tun konnte! Oder getan hat.

Dennoch soll es, bei aller Bewunderung für Sabine Schmitz, und ihre gemeinsame Geschichte mit Klaus Abbelen, hier ja jetzt um ihn gehen!

Wie eben gesagt, ich habe nie ein Wort mit Klaus Abbelen gewechselt. Er ist mir ein paar Mal im Fahrerlager über den Weg gelaufen, ich habe auch irgendwo ein paar Fotos von ihm (schaut mal durch die Fotos), aber mehr auch nicht. Ich bin aber auch keiner, der bekannte Persönlichkeiten einfach anquatscht. Gut, außer meiner Story mit Jack Aitken. LOL!

Aber die Erzählung um sein letztes und sein wirklich letztes Rennen in der NLS am Nürburgring ist in meinen, bzw. den Augen der Ringknipser so bewundernswert! Außerdem ein einzigartiges Statement in der heutigen Zeit, dass „Alter“ nur eine Zahl ist und ein Abbelen so manche, „jungen“ sowas von etwas vormacht. Ein Statement, einfach durchzuziehen! Ein Statement für Sportsgeist, Disziplin und Respekt: vor dem Rennsport, der Rennserie, dem Team. Und vor sich selbst!

Das letzte Rennen?

Leider konnten wir ja (in meinem Fall mal wieder aus gesundheitlichen Gründen) nicht bei der NLS 7 und 8, also am 13. und 14.09.2025, nicht vor Ort dabei sein. Aber natürlich lief der Stream auf YouTube komplett durch. Und natürlich war das letzte Rennen von Klaus Abbelen am Sonntag, also NLS 8, auf der „Bella“, 4 Stunden allein (!!!) am Steuer, eine Riesen-Story! Die Story des Rennens eigentlich! Die wichtigste Story unserer kleinen Ringknipser-Herzen auf jeden Fall!

Qualifiziert hatte sich Klaus Abbelen auf Pos. 20. Im ersten Stint hatte er sich ich glaube bis auf P13 vorgearbeitet, und dann so alle 8 Runden seinen Stopp gemacht. Ich denke jedem war klar, dass es hier bei der gesamten Veranstaltung nicht darum gehen würde, Top-Positionen zu erzielen. Klar, nur meine Interpretation, aber ich denke, es ging darum, dieses letzte Rennen als Fahrer in Würde durchzuziehen und zu beenden. Natürlich als Rennen, aber eigentlich konnte das Ergebnis ziemlich Wurscht sein.

LEGENDÄR: im Streamgezeigt, beim vermeintlich letzten Boxenstop wurde Klaus Abbelen noch eine Frikadelle vom Frikadelli Racing Team ins Auto gereicht, die er dort genüsslich mit Helm verputzt hat! Ohne Flachs, geht es noch cooler??

So haben wir das also Rennen im Stream verfolgt, geile Renn-Action, geile Fahrzeuge, mega Fahrer, und wie immer ein sensationeller Kommentar von Olli Martini und Co.! Bis plötzlich, ich glaube so etwas nach viertel nach drei, relativ kurz nach dem Frikadellen-Stopp, „Bella“ vor der Steilkurve/Klostertal-Kurve im Grün und augenscheinlich in der Bande stand. AAAAAH! Dann gab es natürlich erst einmal reichlich Onboard-Aufnahmen, wie Klaus Abbelen versuchte, das Auto wieder zum Fahren zu bringen. Man sah, wie er den Motor aus- und wieder einschaltete, wie er am Funk mit dem Team war, mit den Streckenposte redete.

Es war auch klar, dass wir hier einem technischen Problem und keinem Fahrfehler gegenüberstanden. Verzweiflung pur bei uns, ein paar Runden vor Schluss. So ein Ende des letzten Rennens KONNTE nicht sein!

Weitere bange Minuten mit Splitscreen, Auto aus. Auto an! Und dann die gefühlte Erlösung, „Bella“ fuhr plötzlich weiter. Die Reaktion von Olli Martini im Stream, unvergesslich: Emotion pur! Und ich glaube, seine Reaktion war plakativ dafür was wir Ringknipser und sicher abertausende von Fans vor Ort und an den Bildschirmen gefühlt haben! Go Klaus und Bella, GO!!!!

Aber die nächsten Onboard-Aufnahmen ließen irgendwie nichts Gutes erahnen, Fahrt außen ums Karussell, offensichtlich kein richtiges Schalten möglich, und angehört hat sich das Ganze nun wirklich nicht gut.

Weitere qualvolle Minuten im Stream, zurück an der Box, erste Checks, dann wird „Bella“ doch zurück in die Box geschoben. Werbepause und dann: Klaus Abbelen raus aus dem Auto, aber Kopf hoch und bereit zum Interview, mit legendärer Lederkappe auf! Unfassbar wie cool und gelassen der Mann reagiert. „Teschnik! Kannste nix machen“. Und dann: „Vielleisch fahr isch ja noch ma“!! Aber es hat nicht mehr sollen sein. „Bella“ erlitt einen Getriebeschaden. Das vermeintlich letzte Rennen von Klaus Abbelen hat die Zielflagge nicht gesehen. Bitter!

Das wirklich letzte Rennen von Klaus Abbelen

So, das war ja jetzt bisher nur ein (langer?) Rückblick, aber ich denke man merkt schon, was für Emotionen das auslöst, oder? Kommen wir also mal in Richtung Verbeugung.

Am 27.09. fand dann die NLS 9 statt. Diese stand ganz im Zeichen der ersten GT3-Rennteilnahme von Max Verstappen. Aber daneben stand auch, dass Klaus Abbelen und Frikadelli-Racing das traurige Ergebnis vom letzten Versuch, das Nordschleifen-Rennkapitel von Klaus Abbelen zu beenden, versuchen würden zu revidieren! Er ist tatsächlich ein weiteres Mal angetreten! Was ein Sportsgeist und Vorbild! Und dieses Mal sollte es klappen!

Gestartet von Platz 24, landete die Nr. 21, also der Ferrari 296 GT3 „Bella“ am Ende auf einem fantastischen Platz 13. Leute, der Mann ist das ganze Rennen, 4 Stunden auf der Nordschleife (!!) allein gefahren. Nix Fahrerwechsel. Sensationell. Legendär! Und auch das noch einmal nachzuverfolgen im YouTube-Stream des Rennens.

Ich weiß nicht, ob man sagen kann, dass diese Wahnsinns-Leistung und Abschiedsvorstellung im Jubel um den fantastischen Sieg von Max Verstappen und Chris Lulham unterging. Vielleicht ein bisschen. Aber nicht bei uns Ringknipsern!

Wir sind nach dem Rennen bei herrlicher herbstlichen Lichtstimmung zum Par Fermé gegangen. Dort kam dann ein Fahrzeug nach den Top Drei nach dem anderen an, alles friedlich und fröhlich. Bis auf einen Fahrer, der auf einen anderen losgehen wollte, aber das auch nur am Rande.

Jedenfalls kam auch die Bella an. Jetzt begannen, wie ich finde, ein paar tolle, magische Momente. Klaus Abbelen verharrte noch eine Weile im Fahrzeug, scheinbar ganz allein mit sich und seinem Erfolg! Langsam stieg er dann aus, und kam, mit Helm weiter auf dem Kopf, langsam auf mich zu. Irgendjemand drückte ihm dann ein Früh Kölsch in die Hand. Ich fragte mich noch, wie er es schafft mit Helm zu essen oder zu trinken, aber er kann das.

Er kam dann direkt an mir vorbei, und auf den Fotos sieht man ja auch seine strahlenden, glücklichen Augen. Selbstredend maße ich mir nicht an, auch nur zu glauben, ich könnte annähernd verstehen, was in dem Mann in diesem Moment vorgegangen sein muss. Bei mir wäre es vermutlich Stolz, Freude, Erleichterung, Erinnerung, vielleicht ein bisschen Wehmut gewesen. Aber wer weiß das schon bei und über Klaus Abbelen, außer er selber und sein Umfeld, denke ich.

Nun, wie eingangs geschildert bin ich niemand, der Fahrer, Musiker oder wen auch immer einfach so anquatscht, zumindest aller meistens. In diesem speziellen Moment hat sich so etwas eh von selbst verboten!! Ich habe mich schon mies genug gefühlt die Kamera auf ihn zu richten.

Da kann man jetzt zu stehen, wie man möchte, mir gefallen diese Fotos sehr und sie sind mir sehr wichtig. Und das allerletzte ist doch mehr als symbolisch für das erlebte, oder?

Jetzt aber: eine Verbeugung vor Klaus Abbelen!

Vor dieser außergewöhnlichen Leistung in diesen letzten zwei Rennen. Für uns ist er ein Haudegen, der seinesgleichen suchen muss! Wir sind begeistert und stolz, diese Momente von der Seite als Fans miterleben gedurft zu haben!

Danke Klaus Abbelen! Wir wünschen uns, dass er mit seinem Frikadelli Racing Team der Nordschleife, der NLS und dem 24h-Rennen verbunden bleibt und wir ihn, seine Kult-Kappe, seine Fahrzeuge und sein Team noch oft und lange werden anfeuern können!

Darauf ein Früh! Oder zwei! Prost!

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert